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musica viva vol. 51 – Helmut Lachenmann vol. 2

CD-Cover musica viva #51 Helmut Lachenmann© BR-KLASSIK Label

Die musica viva präsentiert auf ihrer neuen CD zwei herausragende Kompositionen von Helmut Lachenmann: das Tubakonzert Harmonica sowie sein Werk Klangschatten – mein Saitenspiel für 48 Streicher und 3 Konzertflügel. Die beiden Live-Aufnahmen mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Sir Simon Rattle und Matthias Hermann entstanden im März und Mai 2025.

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Helmut Lachenmann, Jubilar des Musikjahres 2025, hat Meilensteine der neueren Musikgeschichte komponiert. Einigen dieser exzeptionellen Arbeiten widmet sich Sir Simon Rattle sowie das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.

Helmut Lachenmann lotet in seinem Tubakonzert Harmonica Grenzbereiche des Klangs aus – mit einer Musik zwischen Eruption und Verstummen, die sich in »streng auskonstruierte[r] Verweigerung« (Lachenmann) und bewusster Brechung des Vertrauten jeder gesellschaftlich vorgeformten Hörerwartung entzieht: ein ungebrochen aktueller Appell zur Selbstwahrnehmung des Hörers. Solist ist Stefan Tischler, Solo-Tubist des BRSO. Die Live-Aufnahme mit dem Symphonieorchester des Bayerischen unter der Leitung von Sir Simon Rattle stammt von März 2025.

Um die »Rückseite« des Klangs, um seine unterdrückten und »unwillkommenen« Anteile geht es dann in Klangschatten – mein Saitenspiel von Helmut Lachenmann. Das Spektrum reicht hier von tonlosen oder erstickten Klängen, über unterschiedlich gefärbtes Rauschen bis hin zum klaren Ton. Lachenmann selbst beschrieb das Stück als »Angebot expressiver Intensität, welche die bürgerliche Sehnsucht nach Schönheit reflektiert und diese erfüllen, d.h. überwinden möchte«. Das Werk wurde mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks unter der Leitung von Matthias Herrmann am 23. Mai 2025 im Herkulessaal der Residenz in München aufgeführt.

Der 1935 in Stuttgart geborene Helmut Lachenmann zählt zu den renommiertesten deutschen Komponisten zeitgenössischer Musik. Er studierte Klavier, Musiktheorie und Kontrapunkt in Stuttgart sowie Komposition bei Luigi Nono in Venedig. Erste öffentliche Aufführungen seiner Werke fanden 1962 bei der Biennale Venedig und den Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt statt. Er unterrichtete Komposition in Hannover (1976–1981) und Stuttgart (1981–1999) und leitete zahlreiche Meisterkurse im In- und Ausland. Seine Werke werden von international renommierten Interpreten und Orchestern in aller Welt aufgeführt. Helmut Lachenmann erhielt zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt den Deutschen Musikautorenpreis der GEMA für sein Lebenswerk (2015) und für sein Lebenswerk den »Preis des Präsidenten der Republik Frankreich« der Académie Charles Cros (2025).

Helmut Lachenmann

[* 1935]

Harmonica
Musik für großes Orchester mit Solo-Tuba

Stefan Tischler Tuba
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Sir Simon Rattle Dirigent

Live-Aufnahme: München, Herkulessaal der Residenz, 17. – 22.03.2025

Klangschatten – mein Saitenspiel
für 48 Streicher und drei Klavier

Yukiko Sugawara, Tomoko Hemmi, Alexander Waite Klavier
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Matthias Hermann Dirigent

Live-Aufnahme: München, Herkulessaal der Residenz, 23.05.2025